St. Simplicius 
Stadtkirche Bad Salzungen

Verpflichtende Tradition - Die Kirchenmusik in Bad Salzungen

Wussten Sie schon, dass von Bad Salzungen aus die Kirchenmusik in Deutschland eine neue Prägung erhielt? Es begann im Jahre 1860. Der damalige Erbprinz Georg von Sachsen-Meiningen und spätere Herzog war mit seiner Familie zur Kur in Bad Salzungen. Regelmäßig besuchte er den sonntäglichen Gottesdienst in der Stadtkirche. Als er hierbei die Darbietungen des hiesigen Kirchenchores unter seinem Kantor, dem Lehrer Bernhard Müller, hörte, war er überrascht, was hier an hoher Kunst des A-cappella-Gesanges geboten wurde. Das stand im Gegensatz zur üblichen Kirchenmusik dieser Zeit. Besonders beeindruckten ihn die vortrefflich geschulten Knabenstimmen.

 

Beeindruckende Chorarbeit

Der Erbprinz verpflichtete Müller mit seinem Chor zu einem “Adventskonzert” am 12. Dezember 1860 in die Stadtkirche zu Meiningen. Das Programm bestand vorzugsweise aus A-cappella-Chören der alten Meister. Ein von Georg bestellter Sonderzug brachte den Chor von Salzungen nach Meiningen. Die Kirche war überfüllt und die Zuhörer standen in den Gängen. Die herzogliche Familie, alle Mitglieder der Hofkapelle und des Hoftheaters waren zugegen. Dieses Konzert hinterließ einen überwältigenden Eindruck. Georg hatte sofort erkannt, welch große Möglichkeiten in dem Chor und seinem Kantor steckten. Zunächst schickte Georg seinen Kantor Müller zum Studium nach Berlin, Leipzig, Dresden und München, später nach Rom, um dort den Gesang der großen Chöre zu studieren. Müller arbeitete mit seinem Chor sehr intensiv. Das Ergebnis konnte sich hören lassen.

Bald begab sich der Chor auf große Konzertreisen in alle Großstädte Deutschlands. Sie führten u.a. bis Wiesbaden, Frankfurt, Mannheim, Regensburg, Darmstadt und weitere bekannte Städte. Namen mit Rang und Adel, wie die Kaiserin von Russland, waren Hörer dieses besonderen Chores. Der Ruf war bis Bayreuth zu Richard Wagner gedrungen, der den Salzunger Chor zu einer Parsifal-Aufführung gewinnen wollte. Aus der Reise wurde leider nichts, da das Schulamt eine immerhin vierwöchige Abwesenheit der Knabenstimmen vom Heimatort ablehnte. Nach einem Konzert in Meiningen verstarb Bernhard Müller im Jahre 1883 ganz plötzlich. Sein Wirken hatte in der Kirchenmusik Spuren hinterlassen. Chöre hatten sich gegründet und die Salzunger Singart übernommen. Seine beiden Nachfolger Christian Mühlfeld und Julius Meininger setzten diese gewaltige Arbeit fort. Doch durch den Zweiten Weltkrieg musste die Struktur des Chores geändert werden.

Diese Arbeit wird heute unter anderen Bedingungen weitergeführt. Als ökumenische Stadtkantorei gibt es heute wieder einen leistungsstarken Chor, der durch Singen im Gottesdienst, durch Chormusiken und die Aufführungen der großen Oratorien gemeinsam mit dem Motettenchor weit über die Stadt hinaus bekannt ist. 



Das Kantorat Bad Salzungen lädt ein, in folgende Gruppen und Kreisen mitzuwirken:


Kantorei

mittwochs, 19:30 Uhr, kath. Gemeindehaus

Kontakt: H. Meinhardt 

Motettenchor

probt nach gesondertem Plan, montags 14-tätig,19:30 Uhr, kath. Gemeindehaus, Erzb. Allee 

Posaunenchor

donnerstags, 19:30 Uhr , Leimbacher-Str. 88

Kontakt: H. Meinhardt 


Kirchenband

projektweise, mittwochs, 18:00 Uhr

Kontakt: H. Meinhardt

Flötenkreis

Kontakt: Ingeborg Reinhardt

(Tel.: 03695/62 31 79) 


kurzfristige Änderungen vorbehalten!


Du spielst Klavier und willst Orgel lernen? Dann melde dich an unten stehende Kontaktadresse:

Kantor Hartmut Meinhardt

Fr.-Eckardt-Str. 37 – 36433 Bad Salzungen

Tel.: 03695/620029

 

Jeder ist herzlich willkommen! 



Kantor Hartmut Meinhardt an der Reger-Orgel


 Fortbildung in Tonsatz, Liturgie und Hymnologie